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April 2017 - Hundeausbilderin war mit Vierbeiner-Team zu Gast in der Immanuel-Kita - Spandauer Volksblatt

Falkenhagener Feld. Wenn beim Spaziergang im Park unvermutet ein größerer Vierbeiner heran sprintet, neigt wohl jeder zur Flucht, der kein ausgesprochener Hundenarr ist. Dabei wäre Weglaufen das falsche Signal. Die Kinder der Immanuel-Kita Im Spektefeld wissen jetzt, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten – und wie sie generell mit Hunden umgehen sollten. Trainiert haben sie’s in einer tierisch-praktischen Lehrstunde.

Sheila will nicht nur spielen. Kuscheln und schmusen geht für die Labradordame über alles – außer fressen. Mit seinen acht Monaten ist Schäferhund Erich ausgewachsen, durchaus imposant, aber lammfromm. Mischling Nixe badet gar nicht gern, sie mag auch keine Streicheleinheiten von Fremden. Apollo und Gronky geben sich tiefenentspannt. Bewusst hat Hundetrainerin Joanna Bauer für den Besuch in der Immanuel-Kita fünf Tiere mit unterschiedlichen Wesenszügen ausgewählt. Eines haben sie aber gemeinsam: Dank der Ausbildung in der Hundeschule24 in Velten hat sich jeder Vierbeiner das Zertifikat „sozialverträglicher Familienbegleithund“ verdient. Die Trainerin legt für ihre Begleiter die Hand ins Feuer. „Das ist das wichtigste“, sagt sie. „Ich muss wissen und den Eltern versichern können, dass ihren Kindern nichts passiert.“Weil sich Begegnungen mit Hunden in der Großstadt nicht vermeiden lassen, hatte Kitaerzieherin Monika Schönnagel die Idee, Joanna Bauer und ihr Team einzuladen – für eine praktische Lektion in Sachen Umgang mit dem Hund. „Manche Kinder reagieren schon panisch, wenn ein Hund nur in ihre Nähe kommt“, erzählt sie. „Anderen fehlt jede Berührungsangst. Beides ist ja nicht gut.“ Joanna Bauer kann das nur bestätigen. So soll ihre Lehrstunde den Kleinen nicht nur die Angst nehmen. Vor allem will sie zeigen, wie die Vierbeiner ticken. Zwölf „goldene Regeln“ für den Umgang mit Retriever, Dogge, Dackel und Co hat der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) entwickelt – daran orientiert sich Joanna Bauer, wenn sie eine Kita oder Grundschule besucht. Zuerst drückt sie jedem Kind ein Kärtchen in die Hand, das eine der Regeln als Zeichnung abbildet. Mit Hilfe ihrer „Musterhunde“ geht die Ausbilderin dann einzelne Situationen durch. So lernen die Minis, dass sie besser stehen bleiben sollten, wenn im Park ein fremder Hund angestürmt kommt. „Wenn wir uns abwenden und ihn nicht beachten, wird ihm schnell langweilig.“ Umgekehrt demonstriert die Trainerin auch, wie sich Menschen auf einen Hund zubewegen sollten. Sie erklärt, dass es ratsam ist, dem Bello nicht direkt in die Augen zu schauen. Und nie zu streicheln, ohne vorher den Besitzer zu fragen. Selbst, wenn ein zierlicher Pinscher daher kommt. „Behandle einen Hund wie einen Freund“, lautet die Devise, die der Hundetrainerin besonders am Herzen liegt. „Ihr wollt doch auch nicht, dass man Euch kneift, an den Haaren zieht oder anschreit. Also macht bitte nichts mit dem Hund, was ihr selbst nicht mögen würdet.“ 

Hundeausbildung ist in erster Linie Halterausbildung

Am liebsten bringt Joanna Bauer zum Training mit Kindergruppen Labradorhunde oder Mischlinge mit – weil sie fast immer verspielt sind und gern apportieren. Eigentlich sei die Rasse aber egal, sagt sie. Schäferhunde, Schnauzer, selbst Terrier würden sich genauso eignen. Was wie eine Plattitüde klingt, betont auch die Expertin: „Nicht die Tiere sind das Problem, sondern die Besitzer. Hundeausbildung ist in erster Linie Halteraubildung.“
Bei den Herrchen und Frauchen von Sheila, Erich, Nixe, Apollo und Gronky hat die Hundeschule offenbar gefruchtet. Alle fünf Tiere sind freundlich und gut erzogen, im Handumdrehen haben die Kinder Zutrauen gefasst. Vor allem in Schmusekatze Sheila und den geduldigen, bildschönen Erich. Als Krönung dürfen die Kleinen ihre neuen Freunde sogar eine Weile Gassi führen. 
Am Ende des Unterrichts bekommt jedes Kind eine Urkunde und ein Büchlein mit den zwölf Regeln, mit bunten Comics und einem Quiz. Die Hefte spendiert der VDH, damit die Kinder zu Hause noch einmal üben können, was sie gelernt haben. Joanna Bauer ist zuversichtlich: „Wenn zwei, drei Regeln hängen bleiben, haben wir schon viel gewonnen.“ bm


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